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St.-Elms-Feuer

Das St.-Elms-Feuer ist ein Phänomen, das schon seit der Antike für Staunen, Ehrfurcht und manchmal auch für Angst gesorgt hat. Lange bevor die Wissenschaft eine Erklärung dafür fand, galt es unter Seeleuten als ein übernatürliches Zeichen.

Hier ist der faszinierende Hintergrund zu diesem leuchtenden Spektakel:


Was ist das St.-Elms-Feuer?

Trotz seines Namens ist das St.-Elms-Feuer kein echtes Feuer. Es handelt sich um eine kontinuierliche elektrische Entladung, die bei gewittrigen Wetterlagen auftritt. Anstatt heißer Flammen sieht man ein bläuliches oder violettes Glimmen, das oft von einem leisen Summen oder Knistern begleitet wird.

Die physikalische Erklärung

Physikalisch gesehen handelt es sich um eine Koronaentladung. Und so funktioniert sie:

  • Starke elektrische Felder: Während eines Gewitters baut sich zwischen den Wolken und dem Boden eine enorme elektrische Spannung auf.

  • Spitze Gegenstände: An spitzen Objekten – wie Schiffsmasten, Kirchturmspitzen, Blitzableitern oder Flugzeugtragflächen – verdichten sich die elektrischen Feldlinien besonders stark.

  • Ionisierung: Die elektrische Feldstärke wird an diesen Spitzen so hoch, dass die umgebende Luft ionisiert wird. Das bedeutet, die Luftmoleküle werden in Schwingung versetzt und geben Energie in Form von Licht ab – wir sehen ein glimmendes Plasma.

Warum „St. Elms“?

Der Name geht auf den heiligen Erasmus von Antiochia (italienisch: Sant’Elmo) zurück, den Schutzpatron der Seeleute.

Wenn das blaue Leuchten während eines Sturms an den Mastspitzen der Schiffe erschien, deuteten die Seeleute dies als Zeichen, dass der Heilige über sie wacht und sie vor dem Schlimmsten bewahren wird. Erschien das Licht jedoch nur an einer Stelle oder sank es tief herab, galt es manchmal auch als unheilvolles Omen.

Moderne Beobachtungen: Im Flugzeug

Heute begegnet man dem St.-Elms-Feuer am häufigsten in der Luftfahrt. Piloten beobachten es gelegentlich, wenn sie nachts durch Gewitterwolken oder Aschewolken fliegen.

  • Es zeigt sich als fächerförmiges Leuchten an der Windschutzscheibe oder den Spitzen der Tragflächen.

  • Obwohl es spektakulär aussieht, ist es für moderne Flugzeuge in der Regel ungefährlich, da diese darauf ausgelegt sind, elektrische Ladungen sicher abzuleiten. Dennoch dient es der Crew als Warnsignal für eine extrem elektrisch geladene Umgebung.


Steckbrief: St.-Elms-Feuer

Merkmal Beschreibung
Farbe Blau bis Violett (aufgrund des Stickstoffs und Sauerstoffs in unserer Luft)
Bedingung Hohe elektrische Spannung in der Atmosphäre (Gewitternähe)
Form Strahlenkranz oder büschelartige Entladung
Geräusch Charakteristisches Knistern oder Summen

Wussten Sie schon? Berühmte Persönlichkeiten wie Julius Cäsar und Charles Darwin beschrieben das St.-Elms-Feuer in ihren Aufzeichnungen. Darwin beobachtete es während seiner Reise auf der HMS Beagle und beschrieb, wie das ganze Schiff im Licht der elektrischen Entladungen „brannte“.

Faszinieren Sie eher die historischen Seefahrergeschichten rund um dieses Phänomen, oder möchten Sie mehr über andere optische Täuschungen am Himmel erfahren?