riesige Wolken Himmel Horizont Mammatus-Wolken

Mammatus-Wolken

Wenn der Himmel aussieht, als wäre er mit gigantischen, baumelnden Wattebäuschen oder Beuteln übersät, dann haben Sie eines der fotogensten Wetterphänomene überhaupt entdeckt: Mammatus-Wolken.

Ihr Name leitet sich vom lateinischen Wort mamma (Brust oder Euter) ab – eine treffende Beschreibung für die charakteristische, beutelartige Form an der Unterseite von Wolken.


Wie entstehen diese bizarren Formen?

Die meisten Wolken entstehen durch aufsteigende Luft. Mammatus-Wolken sind jedoch eine Ausnahme: Sie entstehen durch absinkende Luftmassen.

  1. Feuchtigkeit und Kälte: In der Amboss-Region einer großen Gewitterwolke (Cumulonimbus) ist die Luft stark mit Wassertropfen oder Eiskristallen gesättigt.

  2. Das Absinken: Da diese gesättigte Luft schwerer ist als die umgebende trockene Luft, beginnt sie nach unten zu sinken.

  3. Die Ausbeulung: Beim Absinken verdunstet ein Teil der Feuchtigkeit, was der Luft Wärme entzieht und sie weiter abkühlt. Dieser Prozess stabilisiert die Taschen und drückt sie als rundliche Ausstülpungen aus der Wolkenbasis nach unten.

Ein Vorbote von Unwettern?

Mammatus-Wolken treten fast ausschließlich im Zusammenhang mit sehr instabilen Wetterlagen auf. Meistens sieht man sie am „Amboss“ einer massiven Gewitterzelle.

  • Der Mythos: Oft wird geglaubt, dass Mammatus-Wolken die direkte Vorstufe zu einem Tornado sind.

  • Die Realität: Sie sind kein direktes Anzeichen für einen Tornado, aber sie signalisieren extreme Turbulenzen in der Atmosphäre. Oft erscheinen sie, wenn sich das schlimmste Unwetter bereits in der Nähe entlädt oder gerade vorbeigezogen ist.

Das perfekte Licht

Obwohl Mammatus-Wolken technisch gesehen Teil einer bedrohlichen Gewitterwolke sind, wirken sie oft besonders friedlich und majestätisch, wenn sie während der goldenen Stunde (Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang) erscheinen. Das flache Sonnenlicht betont die Konturen der Wölbungen und lässt sie in dramatischen Orange-, Gold- oder Purpurtönen leuchten.

Wo kann man sie beobachten?

Theoretisch können sie überall auf der Welt auftreten, wo es starke Gewitter gibt. Besonders häufig und ausgeprägt sind sie jedoch in den Great Plains der USA während der Sturmsaison im Frühjahr und Sommer zu sehen. Aber auch in Mitteleuropa begleiten sie regelmäßig sommerliche Wärmegewitter.


Fun Fact: Mammatus-Strukturen können nicht nur an Gewitterwolken, sondern in selteneren Fällen auch an Altocumulus- oder sogar Aschewolken nach Vulkanausbrüchen entstehen.

Haben Sie selbst schon einmal solche Wolken fotografiert, oder interessieren Sie sich dafür, welche anderen bizarren Wolkenformen (wie die wellenartigen Asperitas-Wolken) es noch gibt?