Polarlichter gehören zu den spektakulärsten Naturerscheinungen unserer Erde. Wenn grüne, violette oder tiefrote Lichtschleier lautlos über den Nachthimmel tanzen, zieht das Menschen seit Jahrtausenden in seinen Bann. Doch was steckt hinter diesem magischen Leuchten?
Wie entstehen Polarlichter?
Das Geheimnis der Polarlichter liegt in der Interaktion zwischen der Sonne und der Erde. Der Prozess lässt sich in drei Schritten erklären:
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Der Sonnenwind: Die Sonne sendet ständig geladene Teilchen (Elektronen und Protonen) ins All. Bei Sonnenstürmen werden besonders viele dieser Teilchen ausgestoßen.
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Das Magnetfeld: Wenn diese Teilchen auf die Erde treffen, werden sie vom Erdmagnetfeld eingefangen und wie auf Schienen in Richtung der Pole (Nord- und Südpol) gelenkt.
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Die Kollision: In der oberen Atmosphäre (der Ionosphäre) prallen die Teilchen auf Sauerstoff- und Stickstoffatome. Dabei wird Energie übertragen, die die Atome zum Leuchten bringt – ähnlich wie das Gas in einer Leuchtstoffröhre.
Warum gibt es verschiedene Farben?
Die Farbe des Nordlichts hängt davon ab, in welcher Höhe und mit welchen Atomen die Sonnenpartikel kollidieren:
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Grün: Die häufigste Farbe. Sie entsteht durch Sauerstoff in etwa 100 bis 200 km Höhe.
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Rot: Entsteht ebenfalls durch Sauerstoff, aber in deutlich größeren Höhen (über 200 km). Diese Farbe ist seltener und oft nur bei starken Sonnenstürmen zu sehen.
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Blau/Violett: Diese Farben entstehen durch Stickstoffatome in tieferen Schichten der Atmosphäre.
Wo und wann kann man sie sehen?
Man unterscheidet zwischen der Aurora Borealis (Nordlicht) auf der Nordhalbkugel und der Aurora Australis (Südlicht) auf der Südhalbkugel.
Die besten Orte:
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Norden: Norwegen (Tromsø), Island, Finnland (Lappland), Kanada und Alaska.
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Süden: Neuseeland, Tasmanien und die Antarktis.
Die beste Zeit:
Die ideale Zeit für Beobachtungen sind die dunklen Monate zwischen September und März (Norden) bzw. März und September (Süden). Wichtig sind ein klarer Himmel, wenig künstliche Lichtverschmutzung und eine hohe Sonnenaktivität.
Ein aktueller Trend: Der Sonnenzyklus
Die Sonne folgt einem etwa 11-jährigen Aktivitätszyklus. Momentan befinden wir uns in einer Phase hoher Aktivität (dem sogenannten solaren Maximum), weshalb Polarlichter in den letzten Jahren sogar ungewöhnlich weit südlich – bis nach Deutschland oder Österreich – gesichtet werden konnten.
Tipp für Fotografen: Polarlichter wirken auf Kamera-Sensoren oft viel intensiver als mit dem bloßen Auge. Nutzen Sie ein Stativ und eine Langzeitbelichtung (ca. 2 bis 10 Sekunden), um die Strukturen und Farben einzufangen.
Möchten Sie wissen, mit welchen Apps man die aktuelle Polarlicht-Vorhersage prüfen kann, oder interessieren Sie sich für die Mythen, die sich früher um das Nordlicht rankten?
