Der sogenannte Blutregen gehört zu den Wetterphänomenen, die seit Jahrhunderten für Staunen, Angst und zahlreiche Mythen gesorgt haben. Wenn Regen plötzlich rötlich gefärbt vom Himmel fällt und Pfützen oder Autos mit einem roten Film überzieht, wirkt das auf den ersten Blick unheimlich. Doch hinter diesem scheinbar mysteriösen Ereignis steckt eine ganz natürliche Erklärung.
Was ist Blutregen?
Als Blutregen bezeichnet man Niederschlag, der durch bestimmte Partikel in der Atmosphäre rot oder bräunlich gefärbt ist. Das Wasser selbst ist dabei nicht wirklich Blut – die Farbe entsteht durch feine Staub- oder Sandpartikel, die in den Regentropfen enthalten sind.
Besonders häufig tritt Blutregen in Südeuropa auf, etwa in Spanien, Italien oder auch in Deutschland, wenn Winde große Mengen Saharastaub nach Mitteleuropa transportieren.
Wie entsteht Blutregen?
Die Entstehung läuft in mehreren Schritten ab:
- Staubaufwirbelung: In trockenen Regionen wie der Sahara werden durch starke Winde feine Sand- und Staubpartikel in große Höhen getragen.
- Transport durch Luftströmungen: Diese Partikel können tausende Kilometer weit durch die Atmosphäre transportiert werden.
- Vermischung mit Wolken: Treffen die Staubteilchen auf feuchte Luftmassen, lagern sie sich an Wassertropfen in den Wolken an.
- Niederschlag: Fällt Regen, werden die Staubpartikel mit ausgewaschen – das Wasser erscheint rötlich oder bräunlich.
Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „Blutstaub“ oder „Saharastaub-Regen“.
Historische Bedeutung und Mythen
In früheren Zeiten konnten sich Menschen die Ursache des roten Regens nicht erklären. Blutregen wurde oft als schlechtes Omen gedeutet – als Vorzeichen für Kriege, Seuchen oder Naturkatastrophen. Erst mit dem Fortschritt der Meteorologie und Atmosphärenforschung konnte das Phänomen wissenschaftlich erklärt werden.
Ist Blutregen gefährlich?
In der Regel ist Blutregen harmlos. Die enthaltenen Staubpartikel können jedoch Oberflächen verschmutzen und bei empfindlichen Personen leichte Atemwegsreizungen verursachen. Für Pflanzen und Böden kann der mineralreiche Staub sogar eine düngende Wirkung haben.
Ein faszinierendes Zusammenspiel von Wind und Wüste
Blutregen zeigt eindrucksvoll, wie eng verschiedene Regionen der Erde miteinander verbunden sind. Staub aus der Sahara kann innerhalb weniger Tage tausende Kilometer zurücklegen und den Himmel in Europa rötlich färben. Was früher als mysteriöses Zeichen galt, ist heute ein gut erforschtes Zusammenspiel von Wind, Klima und Niederschlag.
Ein scheinbar dramatisches Naturschauspiel – mit einer ganz natürlichen Erklärung.
