Wetterphänomen Gefrorene Methanblasen – Wenn Seen „brennen“ unter Eis

Wetterphänomen: Gefrorene Methanblasen – Wenn Seen „brennen“ unter Eis

In besonders kalten Regionen der Erde, etwa in Kanada, Alaska oder Sibirien, kann man im Winter ein faszinierendes Naturschauspiel beobachten: gefrorene Methanblasen in zugefrorenen Seen. Auf den ersten Blick wirken sie wie übereinander gestapelte, weiße Scheiben im klaren Eis – fast wie eingefrorene Quallen oder kleine Explosionen unter der Oberfläche. Doch hinter diesem beeindruckenden Anblick steckt ein spannender natürlicher Prozess.

Wie entstehen gefrorene Methanblasen?

Die Entstehung beginnt am Grund eines Sees. Dort zersetzen Mikroorganismen abgestorbene Pflanzenreste und andere organische Materialien. Dieser Zersetzungsprozess findet unter sauerstoffarmen Bedingungen statt und erzeugt Methangas (CH₄). Methan ist ein farb- und geruchloses Gas, das auch als Hauptbestandteil von Erdgas bekannt ist.

Steigen die Methanblasen vom Seegrund nach oben, treffen sie im Winter auf eine geschlossene Eisdecke. Das Gas kann nicht entweichen und sammelt sich unter dem Eis. Sinkt die Temperatur weiter, friert das Wasser um die Blase herum – sie wird im Eis eingeschlossen. Dieser Vorgang wiederholt sich ständig, sodass mehrere Blasen übereinander eingefroren werden. So entstehen die typischen, schichtartigen Muster.

Warum gelten sie als „Wetterphänomen“?

Gefrorene Methanblasen treten vor allem bei anhaltend kalten Temperaturen auf. Sie sind daher stark vom Wetter und vom Klima abhängig. Besonders klare, dicke Eisflächen entstehen nur bei stabilen Frostperioden. Milderes Winterwetter verhindert oft die Bildung solcher eindrucksvollen Strukturen.

Zudem stehen Methanblasen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Steigende Temperaturen können dazu führen, dass Permafrostböden auftauen. Dabei wird zusätzlich gespeichertes Methan freigesetzt, was wiederum die Erderwärmung verstärkt – ein sogenannter Rückkopplungseffekt.

Können Methanblasen gefährlich sein?

In der Regel sind die im Eis eingeschlossenen Blasen harmlos. Wird das Eis jedoch aufgebrochen und das Gas entzündet, kann es kurzzeitig brennen. In einigen Regionen wird dieses Phänomen zu Demonstrationszwecken gezeigt. Dennoch sollte man vorsichtig sein, da brennbares Gas und dünnes Eis Risiken bergen.

Ein faszinierendes Zusammenspiel von Natur und Klima

Gefrorene Methanblasen sind ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie biologische Prozesse, Wetterbedingungen und Klimafaktoren zusammenwirken. Sie zeigen, dass selbst scheinbar stille Winterlandschaften voller Bewegung und chemischer Vorgänge sind. Gleichzeitig erinnern sie daran, wie sensibel natürliche Systeme auf Temperaturveränderungen reagieren.

Was wie ein Kunstwerk im Eis aussieht, ist also ein sichtbares Zeichen unsichtbarer Prozesse – tief unter der Oberfläche.